Was wollen wir

Auf einem gemeinsamen Rad- und Gehweg haben Radfahrer keinerlei Vorrang vor Fußgängern, sondern hätten umgekehrt auf diese Rücksicht zu nehmen und ihre Fahrweise so einzurichten, dass jede Gefährdung vermieden werde. Der Kläger habe sich grob fahrlässig verkehrswidrig verhalten, als er keinen ausreichenden Abstand zum Grundstückseingang eingehalten habe.

Auf solch kombinierten Strecken gilt: Fahrradfahrer haben viel mehr Sorgfaltspflichten als Fußgänger. Sie müssen jederzeit anhalten können – auch wenn Fußgänger überraschend ihren Weg kreuzen. Wer per Pedes unterwegs ist, darf dagegen so gut wie alles: Er muss weder nach hinten noch um die Ecke herum nach Drahteseln Ausschau halten. Er darf plötzlich stehenbleiben oder den Weg über die gesamte Breite nutzen. Dem Fahrradfahrer bleibt hier nur: Aufmerksam sein, Tempo drosseln und das Beste hoffen.    

Was darf der Fußgänger?

Fußgänger dürfen den gemeinsamen Fuß- und Radweg auf der ganzen Breite benutzen und dort auch stehenbleiben. Sie brauchen, da dort Radfahrer keinen Vorrang haben, nicht fortwährend nach Radfahrern, die etwa von hinten herankommen könnten, Umschau zu halten. Sie dürfen darauf vertrauen, dass Radfahrer rechtzeitig durch Glockenzeichen auf sich aufmerksam machen, um dann aber ein Passage freizugeben.

Was muss der Fahrradfahrer leisten?

Bei einem gemeinsamen Fuß- und Radweg treffen den Radfahrer höhere Sorgfaltspflichten als den Fußgänger. Diese Pflichten können ihn zur Herstellung von Blickkontakt, Verständigung und notfalls Schrittgeschwindigkeit zwingen:

  • Radfahrer habe auf kombinierten Geh- und Radwegen keinen Vorrang, Fußgänger müssen sie aber vorbeifahren lassen.
  • Dabei müssen die Radfahrer jede Gefährdung vermeiden.
  • Radfahrer haben demnach die Belange der Fußgänger auf solchen Wegen besonders zu berücksichtigen und insbesondere bei unklaren Verkehrslagen gegebenenfalls Schrittgeschwindigkeit zu fahren, um ein sofortiges Anhalten zu ermöglichen.
  • Auf betagte oder unachtsame Fußgänger muss der Radfahrer besondere Rücksicht nehmen; mit Unaufmerksamkeiten oder Schreckreaktionen muss er rechnen.
  • Für die Geschwindigkeit von Radfahrern gilt zusätzlich § 3 Abs. 1 Satz 4 StVO: Ein Radfahrer muss innerhalb der übersehbaren Strecke halten können.
  • Dazu gehört auch, dass er damit rechnet, dass aus Eingängen oder Ausfahrten Personen oder Fahrzeuge auf den Gehweg gelangen können.

(OLG Frankfurt am Main, Urteil v. 09. Oktober 2012, 22 U 10/11).

FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland, Berlin

Auch mit dem Rückenwind des Fußverkehrskongress FUKO 2020, der in Stuttgart unter Federführung von Verkehrsminister Hermann stattfand will sich unser Fachverband überall in Deutschland verstärkt für den Fußverkehr einsetzen. Für 2021 sind unter dem Motto „Freie Wege zum Gehen“ dazu Schwerpunkte vorgesehen. Denn: Wir alle brauchen freie Gehwege, wir alle genießen sie. Aber wir müssen sie bewahren – gegen Parken und Befahren, Cafes-Ausbreitungen und Werbeständer, Technik und Masten, E-Roller und unerlaubte Radler, Ladesäulen …  Denn Gehwege brauchen Luft zum Laufen.

Freie Wege in jeder Stadt

FUSS-Ortsgruppen engagieren sich lokal für freie Wege. Sie entwickeln Alternativen und machen sich stark für mehr Platz und Sicherheit.

Freie Wege sind unser Recht

FUSS unterstützt aussichtsreiche Musterklagen z. B. gegen Gehwegparken oder gegen unzulässige Nutzungen, wenn dies von den Städten zu wenig verfolgt wird.

Freie Wege sind politisch

FUSS propagiert mehr Rechte für Gehende. Fußgänger*innen müssen stärker ins Zentrum der Mobilitätspolitik.

Unterstützen Sie uns dabei, die Wege frei zu machen! Treten Sie doch einfach unserer rührigen FUSS e.V.- Ortsgruppe bei, als Mitglied, Aktivist oder Förderer. Oder helfen Sie mit Ihrer Spende an unseren Fachverband, um 2021 noch mehr Wege freizumachen. Weitere Infos unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Und als Mitmach-Aktion: Nennen Sie uns gute Wege! Denn es gibt sie ja schon, schöne Alltagswege in Remseck und den umliegenden Städten und Gemeinden. Schicken Sie uns eine kurze Beschreibung und ein paar Fotos an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Um sie nicht als Geheimtipps sondern als gute Beispiele nennen zu können.