GEHsund im Neuen Jahr 2022

Für das erste Amtsblatt im Jahr 2022: Allen Mitgliedern, Unterstützer und allen Bürgerinnen und Bürger wünschen wir von der FUSS e.V.-Ortsgruppe Remseck+Umgebung alles Liebe und Gute für 2022 mit viel Gesundheit und Wohlergehen! Wir wollen weiterhin in Remseck und Umgebung uns für die natürlichen Belange des Fußverkehrs als nachhaltigste, unverzichtbare Mobilitätsart zu Wort melden. Viele Projekte warten auf einen gedeihlichen Abschluss.

Dass es nicht schadet, ab und zu über den „Tellerrand“ zu schauen, zeigte ein Online-Seminar der FUSSverkehrs-Akademie am 6.1.2022, bei dem der Projektleiter Klaus Zweibrücken in seinem Input-Vortrag über die Analyse der Qualität des Fußverkehrs in über 30 Schweizer Städten und Gemeinden berichtete. Das Projekt heißt GEHsund – Städtevergleich Fußverkehr, findet sich so auch in unserer Überschrift. Mich erinnerte dies natürlich an unsere FußverkehrsChecks hier in Remseck, die gleichen Themenkomplexe wurden zugrundegelegt, allerdings war die Bürgerschaft nur durch Umfragen beteiligt, dafür intensiv die zuständigen Behörden in den Kommunen, die z.B. einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen mussten, dessen Bearbeitung mit bis 4 Stunden angegeben wurde. Wenn man bedenkt, dass die Stadt Kornwestheim nach deutlich über einem Jahr sich nicht mal zum Meinungsaustausch über unsere Checks in Pattonville bereitfindet.

Die Checks selber, in der Schweiz heißt dies Fußverkehrstests, wurden von wenigen Fachpersonen vorgenommen, um eine Einheitlichkeit der Bewertung sicherzustellen. Auch eine extra entwickelte App wurde eingesetzt, wie auch bei uns. Das ganze Vorhaben hat ein Budget von über 500.000 sfr., aufgebracht auch durch großzügige Sponsoren, bekanntlich hat unsere Ortsgruppe unser Projekt weitgehend mit privaten Mitteln gestemmt. Ein tolles Projekt also, eine Bestandsaufnahme mit Handlungsempfehlungen und Änderungsforderungen in der ganzen Schweiz zum Fußverkehr, wobei viele Kommunen dort sogar kleiner oder wenig größer sind als die Stadt Remseck.

 Und wie bei unseren Checks waren Themen die zu geringe Gehwegbreite, dort sagt man Trottoir, getrennte Fuß-/Radwege, unsichere Haltestellen, rücksichtlose Radfahrer, Straßenquerung, Plätze mit Aufenthaltsqualität, Hindernisfreiheit und vieles mehr. Umfangreiche Unterlagen zur Methodik und Durchführung sind frei verfügbar und tolle Grundlagen für alle, die sich mit Fußverkehr beschäftigen bzw. beschäftigen müssen. Siehe https://fussverkehr.ch/fussgaengerstadt/ . Bei den großen Umfragen mittels Fragebogen mit etwa 80 Antworten mit bis 200 zufällig ausgewählte Personen in jeder beteiligten Kommune zum Fußwegnetz, Infrastruktur, Wohlbefinden, Verkehrsklima und Politik wurde als besonders ungenügend bewertet das Parken von Autos auf dem Gehweg, das Sicherheitsgefühl in der Nacht, keine saubere öffentliche Toilette und, leider wie hierzulande, am Schlechtesten das eigentlich unerlaubte Radfahren auf Gehwegen und Gehflächen. Der Vortrag wird auch zum Nachschauen in Youtube veröffentlicht, ich werde den Link noch mitteilen.